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Corona und Fluggastrechte

Durch die Corona-Krise ist nahezu der gesamte internationale Flugverkehr lahmgelegt. Wie wirkt sich das auf die Rechte der Fluggäste aus?

Die Maßnahmen der Mitgliedstaaten der EU zur Eindämmung des Corona-Virus führen zu massiven Flugausfällen. Mandanten berichten, dass ihnen von den Fluggesellschaften Gutscheine mit relativ kurzer Laufzeit (teilweise nur bis Ende des Sommers 2020) statt einer Rückerstattung des Ticketpreises angeboten werden. Derartige Gutscheine können von Fluggästen selbstverständlich akzeptiert werden, jedoch haben Fluggäste gem Art 5 Abs 1 lit a iVm Art 8 Abs 1 lit a FluggastrechteVO Anspruch auf vollständige Erstattung des Ticketpreises. Eine einseitige Umbuchung durch das Luftfahrtunternehmen auf einen anderen Flug ist nicht zulässig.

Derzeit sind jedoch Bestrebungen diverser Mitgliedstaaten im Gang, die FluggastrechteVO dahingehend zu ändern, dass im Falle einer Annullierung auch die Zurverfügungstellung eines Gutscheines an den Fluggast zulässig ist, dieser jedoch eine bestimmte Mindestlaufzeit und ausreichende Sicherheit im Falle einer Insolvenz des Luftfahrtunternehmens aufweisen muss. So der Gutschein innerhalb der vorgesehenen Frist nicht eingelöst wird, soll der Fluggast ein Recht auf Rückzahlung des von ihm bezahlten Ticketpreises haben. Die entsprechende Mitteilung der deutschen Bundesregierung finden Sie hier.

Sofern der Grund in der Annullierung in wirtschaftlichen Überlegungen des Luftfahrtunternehmens liegt, bspw also nach Aufhebung der Flugbeschränkungen noch nicht ausreichend Buchungen für einen Flug vorliegen und dieser aus diesem Grund innerhalb von 2 Wochen vor dem gelpanten Abflug annulliert wird, stehen dem Fluggast auch Ausgleichszahlungen, abhängig von der zurückgelegten Flugstrecke zwischen EUR 250,00 und EUR 600,00, zu.